hat alles, was mir widerfährt, einen sinn ? II

1 Mai
'Buch des Lebens' Stahl  2003 von Tobias Herrmann

'Buch des Lebens' Stahl 2003 von Tobias Herrmann

Die Zeit im Krankenhaus verging im Flug, ich konnte bald die um das Krankenhaus herum gelegenen Stadtviertel kennen lernen, Eis essen, mit Kunststudenten diskutieren, alle waren froh wenn ich mich so viel wie möglich bewegte. Ich bekam Besuch von lieben Menschen, ich hatte einen Zimmernachbarn, der nie den TV angemacht hat, die Stationsschwester hat mich in ein Privatzimmer gelegt, obwohl ich nicht ‚privat‘ war, die Visiten waren positiv – als hätte da jemand für mich gesorgt…  zu Hause war ich nicht mehr zu Hause, soviel war klar, nun kam die Frage „wie geht es weiter?“ Erst sollte aber die Reha kommen, eine ‚Anschlussheilbehandlung‘ wie der Fachmann sagt, ich wollte ja meinen Willen durchdrücken und eine Klinik meiner Wahl anvisieren, aber dazu kam es nicht. Ich hatte mich überzeugen lassen, eine Klinik zu nehmen, die in der Nachsorge spezialisiert auf meine Art von Erkrankung ist. Das war genau richtig. Ich dachte, häh, eine Kur in einer bergischen Großstadt? Ein echter Volltreffer, eine Klinik mitten im Wald, mit fast ländlicher Umgebung und mit dem Bus in 20 Minuten mitten in der Großstadt mit Geschäften, Museen, Cafés – total die Fülle, morgens Gymnastik, Bäder, Wohlfühlmassagen, nachmittags Spaziergänge im Wald, in den kleinen Ort oder in die Großstadt – alles zu meiner Verfügung.

Ich merkte, wie gut es mir ging, schon im Krankenhaus machte sich das bemerkbar, und heute denke ich „stell dir das vor, da haben Ärzte vier Stunden lang an dir rumgeschnippelt und nach fünf Tagen kannst du wieder nach Hause“ und „musst du dir erst eine lebensbedrohliche Krankheit zulegen, damit es dir  g u t  geht?“ Was ist das denn?

Ich war (und bin es vielleicht auch heute noch) weit davon entfernt mir selbst die ‚Erlaubnis zu geben‘, dass es mir gut geht – das Leben, das Universum oder wie auch immer, musste mich mit der Nase drauf stoßen.  Heute lerne ich, in kleinen Trippelschrittchen mich selbst zu lieben, auszubrechen aus dem ‘Pendeln’ zwischen Selbsthass und Selbstmitleid, das durchwirkt langsam alle Schichten meines Seins und ich kann ‘Menschen lieben’und nicht nur ‘einen Menschen lieben’- uuund ich bin nicht von der Gnade eines einzelnen Menschen abhängig! https://undbleibensiesowiewirsind.wordpress.com/2011/01/07/love-is-all-you-need/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: