wann ist „jetzt“?

7 Nov
Foto: Th.Weiss

Engel (Th. Weiss 2011)

„Viele gute Jetzt“ sagt eine liebe alte Freundin immer zum Abschied, spätestens seit dem Erfolg von Eckehart Tolles Buch ist dieses „Jetzt“ ein Begriff, wo befindet sich dieses „Jetzt“? Eigentlich sind wir immer im „Jetzt“, merken wir nur nichts davon?

Mit unseren Gedanken sind wir in der Zukunft oder der Vergangenheit, das Denken braucht den Abstand zum „Objekt des Denkens“. Der Vorgang des Denkens – auf der einen Seite harte Arbeit, (verbraucht Kalorien), auf der anderen Seite eine Illusion – ‚ich denke, ich hätte gedacht‘.

Der Zugang liegt zwischen den einzelnen Gedanken, wenn einen Moment Ruhe herrscht, d. h. das Bild des Gedanken ist noch nicht angekommen (und das Bild des Bildes??), der Vorgang des Denkens ist aber schon vorbei. Eine Entscheidung haben wir schon getroffen, bevor wir gemerkt haben, wofür wir uns entscheiden wollten.

Wesensmerkmal allen Seins ist die Vergänglichkeit, sagt der Buddha, nichts bleibt und selbst das Nichts ist nur ein Konzept.

Nanosekunden zwischen Vergangenheit===>x<=== Zukunft – oder:

Das ewige Leben im Jetzt?

Was geschieht beim Sterben? Der Mensch tritt ein ins ‚absolute Jetzt’ – das erklärt  auch den Ausspruch eines weisen Mannes: „Stirb, bevor du stirbst!“  Mir kam da vor langer Zeit folgendes Bild dazu: Stellen wir uns vor, wir hätten zwei Zollstöcke mit beliebig vielen Einheiten auf jedem Zollstock und der eine heißt ‚Vergangenheit’, der andere ‚Zukunft’. Wir lassen die beiden Zollstöcke mit ihrem ‚Null-Ende’ aneinander stoßen und dazwischen bleibt ein winziger Spalt – das ‚Jetzt’  –  Wer es nun schafft, in den Spalt zu springen, befindet sich im ‚Jetzt’  –  u n d  gleichzeitig im ‚ewigen Leben’.

ZU EINFACH??

Das Konzept der jenseitigen Belohnung hat das ewige Leben weit in die Ferne gerückt, nach einem harten arbeitsreichen Leben, irgendwann ins Paradies eingehen zu dürfen – wo ‚die Jungfrauen ihre Perücken zurechtmachen’ (nach Johnny Cash: ‚The Man comes around’) – das dürfte auch genug sein für ein Volk, das zu gehorchen hat und zu schuften. Ein ‚Erwachter’ wäre viel zu gefährlich in dieser Konstellation von ‚Glaubensbewahrern’, die selber schon nichts mehr merken und sich (wahrscheinlich) nur noch für ‚Fressen, Saufen und Rumhurerei‘  interessieren, um mich einmal einer ungeschliffenen  Ausdrucksweise zu bedienen.

Was können wir tun?

Ganz einfach – gar nichts! Im ‚zur-Ruhe-Kommen‘ können wir zum ‚Sprung‘ ansetzen…   Das was ist, ist sowieso so wie es ist, wenn wir ein Auge auf uns richten und sehen ‚was ist‘,  können wir zwar sagen „Das will ich nicht!“ aber ändern tun wir es nicht dadurch. Genauso können wir es (und somit auch uns !) annehmen so wie es ist (und uns wie wir sind!) und in die Liebe gehen und ‚lieben was ist‘ und schon sind wir beim ‚Jetzt‘.

 

 

2 Antworten to “wann ist „jetzt“?”

Trackbacks/Pingbacks

  1. erschütterungen, reise zu einem magischen ort : zu mir « undbleibensiesowiewirsind - 12. November 2011

    […] das Leben mir noch bringt und was ich dazu tun kann zeigt sich jetzt, ich komme immer wieder bei mir an. Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post […]

  2. Durchbruch (Tag 20) « EdenZwo °°°°°°° - 5. Juni 2012

    […] und dass ich eben so aus dem Faust zitieren durfte, dass ich konstatieren durfte: Das Paradies ist jetzt und nicht ‘irgendwann, ‘wenn de tot bist’, dass ich dabei sein durfte wie Sigrid […]

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