…suche das licht nicht im außen…

1 Okt

Autor ist Joachim Wetzky

(Herausgeber des Buches iBuddhismus und eines gleichmanigen Blogs und einer gleichnamigen fb-Seite)

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Indian Summer Morning (c) Tobias Herrmann 2014

 

Rumi sagt: „Suche das Licht nicht im Außen, finde das Licht in dir und lass es aus deinem Herzen strahlen.“

Und ja, Du liest diesen Satz, vielleicht gefällt er Dir, vielleicht gibt er Dir ein gutes Gefühl. Fühlst Dich bestätigt auf Deinem Weg.

Das Problem: Dieser hübsche Satz verändert nichts. Im Gegenteil. Du kannst die nächsten zwanzig Jahre damit verbringen, diese süßen, klangvollen Sätze zu lesen, aufzunehmen, ihre Essenz beschnuppern. Und doch – es ändert nichts. Auch wenn Du scheinbar friedvoller geworden bist, Du mehr lächelst und Dich bewusst ernährst. Im Grunde genommen bist Du das gleiche neurotische Bündel, das Du auch schon vor zehn Jahren warst.

Und das ist halt das Grundproblem: Das wir uns immer und immer wieder Scheinwelten aufbauen.

Manche Scheinwelten kannst Du vermutlich schnell durchschauen. Wenn Du in ein Bordell gehst und dem unglückseligen Geficke zusiehst, wirst Du vermutlich sagen: Oh, eine Scheinwelt.
Und wenn Du einer Veranstaltung der CDU beiwohnst und die großen Konservativen sprechen hörst, wirst Du vermutlich sagen: Oh, eine Scheinwelt.
Und wenn Du über den illuminierten Time Square in New York gehst und Dich von violetten Neonlicht und modernen Lifestyle erfüllen lässt, wirst Du vermutlich sagen: Oh, eine Scheinwelt.

Und dann, wenn Du schließlich Dich durch all die heiligen Facebook-Sprüchlein liest, wenn Du mit wehendem Haar durch Kornkreise wandelst und den Mond anbetest – vermutlich wirst Du Dir eingestehen können: Oh, eine Scheinwelt.

Und meiner Ansicht nach, fängt ES genau da an. Jetzt. Jenseits der Scheinwelt.

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