…liebe, zum was weiß ich wievielten mal…

13 Okt
Herz (c) Tobias Herrmann

Herz (c) Tobias Herrmann

Autor ist Joachim Wetzky

(Herausgeber des Buches iBuddhismus und eines gleichmanigen Blogs und einer gleichnamigen fb-Seite)

 

Seit ich denken und fühlen kann ist es für mich selbstverständlich die Liebe mit einem Objekt zu verbinden. Ich liebe eine Frau, ich liebe einen Hund, ich liebe einen Berg und ich liebe meine Kinder. Das ist wunderschön, das ist das Leben.

Und auf der anderen Seite – so erfahre ich es – ist meine Liebe dadurch immer unfrei. Als sperrte ich sie in einen Käfig mit eng definierten Grenzen. Als müsste sich die Liebe selbst, meinem Ego und meinen Wünschen beugen. Und das ist schrecklich, und auch das ist das Leben.

Und dann gibt es das: ich bleibe still und – liebe in den leeren Raum hinein. Wie kann ich das beschreiben. Ich liege da und lasse die Liebe in das Universum selbst fließen. Und spüre den Sog dieser objektlosen Liebe. Denn das ist ein Geheimnis der Liebe: das was sich geliebt fühlt von Dir, das kommt zu Dir.
Und wenn ich einen Menschen oder einen Hund liebe, dann fühlt sich dieser Mensch oder dieser Hund angezogen – vom Magneten der Liebe – und möchte sich dem nähern. Und wir wissen es: das ist wunderschön und schrecklich zugleich.

Doch wenn ich in den leeren Raum hinein liebe – in die Stille selbst – dann fühlt sich nichts und niemand von mir angezogen und Gott selbst ist es, der mich dann ergreifen möchte. Und das macht mir Angst – denn es ist die Freiheit selbst die sich hier offenbart: ohne Grund und ohne Sicherheit. Ohne Kontrolle und ohne jeden Schutz.

Denn die Liebe zu einem Objekt – zu einem Mensch, einem Hund oder einem Berg – ist immer auch der Wunsch nach Sicherheit und Kontrolle. Es ist der Wunsch den Boden unter den Füßen behalten zu wollen. Während die freie Liebe genau das Gegenteil von mir verlangt: zu springen und springen in das Nichts. Was für ein Ausblick.

2 Antworten to “…liebe, zum was weiß ich wievielten mal…”

  1. Hans-Werner Wolff 26. Oktober 2015 um 20:10 #

    Der Text gibt einen zentralen Gedanken wieder, den ich für richtig halte. Es ist aber ein Gedanke. Wenn ich mich nicht regelmäßig einübe ins Loslassen in der Stille, bleibt es ein Gedanke. Was ich sagen will: Mach´s einfach täglich und sieh, was geschieht.
    Es ist nicht so schwer einen richtigen Gedanken zu finden, es ist schwer diesen Gedanken diszipliniert in die Tat umzusetzen und bei ihm zu bleiben.
    Hans-Werner

    • Tobias 29. Oktober 2015 um 10:10 #

      Dein letzter Satz ist ganz wichtig, ohne das wird es nix. Alles Libe Tobias

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