….leben und tod….

11 Dez

Der Tod wartet nicht am Ende eines langen Weges auf uns. Er ist immer da, im Innersten jedes einzelnen Augenblicks. Er ist der heimliche Lehrer, versteckt und dennoch für alle sichtbar. Er hilft uns zu entdecken, was am wichtigsten ist im Leben. Und das Gute daran ist: Wir brauchen nicht bis ans Ende unserer Tage zu warten, um die Weisheit zu finden, die der Tod uns zu bieten hat.

(Frank Ostaseski, Zen Lehrer und Sterbebegleiter)

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Eine Antwort to “….leben und tod….”

  1. Tobias 20. Dezember 2017 um 12:28 #

    In bemerkenswerter Weise auch im Werk Carlos Castanedas zu finden:
    Hier in der Darstellung von Wladimir Antonow:
    ‚Die Lehre von Don Juan Matus‘

    Das nächste wichtigste methodische Verfahren ist, immer im Gedächtnis den eigenen Tod zu haben.
    Die meisten Menschen sind heute gewöhnt, die Gedanken an ihren Tod von sich fortzujagen. Wenn wir sogar mit den Tatsachen des Sterbens anderer Leute zu tun haben, versuchen wir keinesfalls, uns auf ihrer Stelle vorzustellen. Wir versichern uns, dass selbst wenn dieses mit uns geschehen wird, es ist noch lange Zeit voran.
    Wenn jeder von uns sich selbst jetzt fragt: „Wann werde ich sterben?“ — so werden es sehr wegfliegende Zeitpunkte sein. Obwohl jeder theoretisch weiß, dass die Menschen an jedem möglichen Alter sterben.
    Und Don Juan schlug vor, sich vorzustellen, dass unser verkörperte Tod immer mit uns dabei ist. Und wenn man schnell über die linke Schulter zurückschaut, so kann man ihn wie den vorbeihuschenden Schatten sehen. Er sagte zu Castaneda, der Tod sitzt auch jetzt neben dir auf deiner Matte und wartet auf deinen Fehler. Niemand weiß, wann er stirbt, in welchem Moment. Deshalb dürfen wir keine unvollendeten Arbeiten hinterlassen.
    Ich will diese bemerkenswerten Worte von Juan Matus in der Übersetzung von W. Maximow zitieren, weil das eine der besten seiner theoretischen Erarbeitungen ist.
    „Wie kann sich jemand so wichtig fühlen, wenn wir wissen, dass der Tod uns verfolgt?
    Wenn du unruhig bist, so sollst du deinen Tod um einen Rat bitten. Eine enorme Zahl von Kleinigkeiten fällt von dir ab, wenn dein Tod dir ein Zeichen gibt und wenn du seinen Widerschein bemerkst, oder wenn du das Gefühl hast, dass dein Kompagnon neben dir ist und auf dich wartet!
    Der Tod ist ein weiser Ratgeber, den wir haben… Man muss den Tod um einen Rat bitten und die verflechte Kleinlichkeit wegwerfen, die den Menschen eigen ist, die ihr Leben so fuhren, als ob der Tod sie nie anfasst!
    Wenn du dich an deinen Tod nicht erinnerst, so ist dein ganzes Leben nur ein persönliches Chaos!
    Ein Krieger weiß, dass der Tod ihn vorantreibt und ihm keine Zeit gibt, sich an etwas festzuhalten. Und auf solche Weise plant der Krieger sein Leben, strategisch, wobei er seinem Tod bewusst ist und die Kraft seiner Entschlüsse besitzt. Und das, was er strategisch wählt, ist immer das Beste, deshalb erfüllt er alles mit Geschmack und leidenschaftlicher Effektivität!
    Das Leben für einen Krieger ist eine Übung in der Strategie.
    Ohne Begreifen des Todes ist alles üblich, trivial. Nur weil der Tod uns auflauert, kommt uns die Welt als unvorstellbares Rätsel vor.

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