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Liebe macht blöd und ist stressig!!

13 Jan

Zumindest für Meerschweinchen.

Im März wird eine neue Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass Meerschweinchen, die in „Partnerschaft“ leben,  in einem Labyrinth, in dem man Futter suchen muss,

weniger Futter finden, als solche Meerschweinchen, die eben keinen „Partner“ haben. Die in Partnerschaft lebenden Meerschweinchen sind insgesamt verwirrter und zu sehr auf den Partner fixiert (!), um das Futter zu finden.

Die Singles fanden in ruhiger Gelassenheit ans  Futterziel!

Darüber hinaus wiesen „die liebenden“ Meerschweinchen sogar noch stark erhöhte Cortisol-Werte auf – wiederum im Gegensatz zu den „Singles“.

Man führt beides – also die leichte „Blödheit“…. als auch die erhöhten „Stresswerte“ auf das wunderschöne Bindungshormon „Oxytocin“ zurück.

Ts-ts-ts…..da schau mal einer an…..!

Dieser Augenblick – schöner Augenblick

12 Jan

Hast du dich heute schon besucht?  – Und wenn? Warst du zuhause? Hast du dich angetroffen? Komm – sei doch mal ehrlich: du hast heute morgen im Auto gesessen, auf dem Weg nach Irgendwohin..und gedanklich warst du wieder mal viel weiter. Du bist einmal wieder vorausgeeilt.

Ganz  woanders bist du gewesen: etwa  beim über-über-übernächsten Termin, vielleicht gar schon zwei Stunden weiter….oder aber du warst gedanklich vielleicht  im gestern….vorgestern…Sag mal: woooo warst du eigentlich gedanklich???  irgendwo…irgendwo – aber nicht im JETZT.

Was ist das für ein Pfad, auf dem du wandelst..oder na ja…sei ehrlich, du rennst doch!  Wo soll es hin gehen? Schneller hierhin, schneller, dahin…wo wollen die Leute denn alle soo schnell hin?

Schnell in ein kühles und stilles Grab, um endlich Ruhe zu finden?

Manchmal denke ich das.

Eine geschlossene Ortschaft, Tempo 50, Glatteis. Ich fahre  fast 70 (huch), aber  dem  telefonierendem Mercedes-Jeep-Fahrer hinter mir, genügt das nicht. Er ist nicht glücklich. Und nun möchte er, dass ich von seinem Unglück Kenntnis nehme, denn er blendet mehrfach auf und zeigt mir Gesten, aus denen für mich eindeutig hervorgeht, dass er mir keine Wertschätzung entgegenbringt.

Ich nehme ihn  zur Kenntnis, aber da ich mich bemühe, nicht anzuhaften,  lenke ich meine Aufmerksamkeit wieder auf meinen Atem und widme mich dem, was gerade wichtiger  ist: Autofahren.

Dann – ein Wink des Schicksals – die nächste Ampel wird rot. Wir stehen  vor der roten Ampel und plötzlich denke ich: vielleicht ist es kein Zufall, dass dieser Mann hinter mir ist. Vielleicht sollten  wir miteinander reden. Vielleicht möchte er einfach wahrgenommen werden.

Ich steige aus. Ich gehe zu seinem Auto, er wird bleich: Ich sage: Kann ich vielleicht etwas für Sie  tun?

Er versteht nicht, er ist irritiert….aber auch sauer. Er schreit, warum fahren Sie 40? Ach – DAS wollte er also wissen. Das war schon alles.

 Ich sage: Also  – mein Tacho zeigt 50 – na ja und es ist ziemlich glatt  und ich habe auch gern etwas Sicherheitsabstand. Wäre das in Ordnung für Sie?

Ich beginne Mitgefühl für ihn zu entwicklen:  Haben Sie es denn sooo eilig? Der Mann  ist sprachlos.

ICh nutze die aufkommende Gesprächspause und erkläre ihm, wie ich mich fühle, wenn ein Jeep mit diesen hohen Scheinwerfern mich blendet. Ich sage ihm….dass ich dann automatisch sogar meinen Fuß vom Gas nehme, weil ich nicht gut sehen kann, wenn ich geblendet bin.

Jetzt hat er Zeit. Und die Autos hinter ihm ebenfalls. Niemand drängelt. Man wartet. Sehr achtsam!

Und als ich wieder in meinem Auto sitze, ist es abermals rot.

Irgendwann fahren wir dann alle weiter und ich bin einigermaßen zufrieden, mit dem Workshop in Gewaltfreier Kommunikation, denn ich einmal in 2008 genossen habe.

Und beim Weiterfahren freue ich mich sogar ein bisschen über diese Begegnung. Er hatte etwas sehr sympathisches und liebenswertes  in seiner Verblüftheit. …und ich freue mich über den gegenwärtigen Augenblick.

Mensch: warum eilest du so durch das Leben? Genieße den AUGENBLICK. Du  hast nur DIESEN AUGENBLICK. 

Das GESTERN längst vorbei – das MORGEN noch sooo fern. Das ganze JETZT liegt dir zu Füßen.

Bist du wach genug, um die Blume des Augenblicks zu pflücken, wie Jon Kabat-Zinn es nennt?

Kleine Übung gefällig: Einatmen (denke: DIESER Augenblick) Ausatmen (denke: SCHÖNER Augenblick) Lächle!!!