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…da ist ein loch im gehsteig…

22 Dez

foto-0188Autobiographie in fünf Kapiteln

Kapitel eins

Ich gehe die Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich falle hinein. Ich bin ratlos und hilflos. Ich fühle mich nicht verantwortlich. Es dauert endlos lang, wieder herauszufinden.

Kapitel zwei

Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich tue so, als ob ich es nicht sähe. Ich falle wieder hinein. Ich kann nicht glauben, dass ich mich wieder in dieser Situation befinde. Aber ich fühle mich nicht verantwortlich. Immer noch dauert es lange, herauszukommen.

Kapitel drei

Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich sehe es. Ich falle hinein – aus Gewohnheit Aber ich habe meine Augen dabei weit geöffnet. Ich weiß, wo ich mich befinde. Es ist meine Verantwortung. Ich klettere sofort heraus.

Kapitel vier

Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

Kapitel fünf

Ich gehe eine andere Straße entlang.

(Portia Nelson: There’s a bole in my sidewalk)

…zuversicht…

18 Sep

auch wenn es nur ein einfaches physikalisches Gesetz ist, es zeigt dass da wo in der Momentaunahme Chaos herrscht – etwas später –  wieder schöne harmonische Form entsteht…

Welche Zuversicht….

…urbane nachbarschaft…

14 Jun

 

P1010018

 

Es ficht mich an, die Idee von urbanem Leben in Gemeinschaft, keine WG sondern Gemeinschaft, es soll schon mehr sein als ’nette Nachbarn‘ – Ende ist offen, vielleicht finden sich auch nicht genug ‚Mitfinder‘ für dieses Projekt. Das Ganze ist gut aufgestellt, eine Stiftung, Architekt, Projektbegleitung durch den ‚Wohnbund‘ usw.

 

http://www.montag-stiftungen.de/urbane-raeume/projekte/nachbarschaften/initialkapital.html

http://www.samtweberviertel.de/blog/

http://www.m-i-ma.com/2014/06/samstagskaffee-48-mit-einladung-zum.html

 

(to be continued)

…gedanken zum 21.12.2012…

24 Dez
Kartografie

Kartografie

Die Geschichte eines kleinen Jungen.

Es war der 4. Februar 1962, der kleine Junge ging noch nicht in die Schule, es war ausserdem ein Sonntag. Der kleine Junge hatte seine Eltern über einen ‚Weltuntergang‘  sprechen hören.  Nun, der kleine Junge  hatte den ganzen Tag zeit und konnte sich nahe dem Radioapparat aufhalten um nur keine Nachricht zu verpassen. Alles war ruhig, die Eltern des Jungen  waren mit sich beschäftigt, er konnte sich dem Sinnieren hingeben, entweder hatten sie so viel Vertrauen, dass der Junge sich schon beschäftigt oder es war ihnen einfach egal. Es kamen aber keine Nachrichten über den Weltuntergang – um so stärker wurde der Wunsch des Jungen herauszufinden was denn kommen könnte. So langsam stieg in ihm das Bild einer Erde auf , wie er es in einem Magazin gesehen hat. Wohin geht eine Welt unter? Und, nicht zuletzt: “ Wo gehen wir hin?“  Ganz still war es an diesem Sonntag, das Bild der Welt bekam etwas beruhigendes, und wie diese imaginäre Kugel so vor seinem inneren Auge schwebte, wusste er es plötzlich, er wusste es einfach – es hat ihm keiner gesagt, er wusste es:  „Wir gehen einfach woanders hin!“ Da musste der kleine Junge keine Angst mehr haben. Er müsste jetzt nie mehr Angst vor irgendwas haben. Das hat er im Laufe seines Lebens immer wieder vergessen, die Geschichte vom 4.Februar 1962 hat sich aber nun in seine Erinnerung eingegraben.

Was war eigentlich der Grund? Eine Aneinanderreihung wichtiger Planeten und eine Sonnenfinsternis gab es an diesem Tag. Später wurde erzählt, einige hundert Menschen hätten den Tag auf dem Mont Blanc verbracht, wegen des erwarteten Hochwassers, vermutlich. Eine ähnliche Konstellation war auch Ende der 80er  Thema, da war der kleine Junge schon ein junger Mann und er fand sich in einer malerischen Schlucht in der Schwäbischen Alb wieder und arbeitete daran die Menschheit auf ein neues Level an Bewußtsein zu bringen.

Den 21.12.12. haben wir nun auch hinter uns gebracht, und dass uns nichts passiert ist, ist natürlich für die ganzbesonders ‚Guten‘ unter denen, die daran glaubten, ein Beweis dafür, dass es nur ihrer – wie auch immer zu verstehenden – ‚Guten Energie‘ zu verdanken sei, dass nichts passiert ist, andere glauben, alles passiere im feinstofflichen Bereich, von außen nicht zu sehen – was aber nicht zu übersehen ist, dass viele Menschen sich Gedanken machten um diese Welt, sich zu gemeinsamen Meditationen trafen, etwas mit lieben Menschen unternahmen – dafür hat sich der 21.12.12 gelohnt – und der ehemals kleine Junge weiß heute auch noch, dass er vor nichts Angst zu haben braucht – aber wer ist schon immer so wach?

weiter …

4 Jan
petten 2011

'Aufstieg' Tobias Herrmann 2011

2011 ist nun Geschichte, 2012 heißt jetzt die Herausforderung. Dazu ein Zitat von Richard Beauvais (1964):
„Wir sind hier; weil es letztlich kein Entrinnen vor uns selbst gibt. Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht. Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenheit. Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich noch andere erkennen – er wird allein sein.

Wo können wir solch einen Spiegel finden, wenn nicht in unseren Nächsten? Hier in der Gemeinschaft kann ein Mensch erst richtig klar über sich werden und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der – Teil eines Ganzen – zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet. In solchem Boden können wir Wurzeln schlagen und wachsen; nicht mehr allein – wie im Tod – sondern lebendig als Mensch unter Menschen.“
Die Gemeinschaft wird auch das Thema bleiben, als Worthülse haben wir sie überall, bis hin zur ‚europäischen Gemeinschaft‘,  jedoch die (Er-)Schaffung einer Gemeinschaft ist etwas, das ‚an die Tür klopft‘ und uns abholt wo wir sind, viele Menschen sind heute schon bedroht von Einsamkeit, dem Gefühl von Sinnlosigkeit, Flucht in Süchte als Substitution hilft nicht mehr. (Es ist ja schon so schlimm, dass sich manche Menschen von menschlicher Nähe ‚bedroht‘ fühlen, es könnte ja was faul sein daran – ‚Wer weiß denn was der andere will?‘)
Was auch nicht wirklich hilft, ist die Flucht in symbiotische Zwei(n)samkeit, nach dem Motto: Wenn ich den/die richtige/n finde, wird alles gut…
Es hat so hoffnungsvolle Ansätze gegeben, vor 2500 Jahren hatte Gautama, später Buddha genannt, eine ‚Sangha‘ (übers. als ‚Gemeinschaft der Erleuchteten‘), etwas später der Sohn eines jüdischen Zimmermanns zog mit ‚Jüngern‘ durch das Land und hinterliess für kurze Zeit nach seinem Tode eine ‚Urgemeinde‘ und wiederum etwas später ein kaufmännischer Assistent aus dem heutigen Saudi-Arabien der mit seinen Getreuen von Mekka nach Medina zog, die sich ‚ Muslim‘ nannten (die-sich-Gott-unterwerfen) – alle drei  Bewegungen hätten was werden können, bei den beiden ersten entschied man sich für die Ordination und in diesem Zusammmenhang für die strikte Trennung der beiden Geschlechter, was ja bis heute viel Elend hervorbrachte, die dritte Gruppe fiel eher auf durch ungeschickten Umgang mit kritischen Fragestellungen, Ihre Gründer hatten ein ‚Einbindungs-Potenzial‘ was z. T. heute noch wirkt, die Zugehörigkeit zu einer der Gruppen bedeutet in der Regel etwas für diese Menschen, (definiert sich meist durch Ausgrenzung anderer) bewirkt aber nicht unbedingt das Gefühl, dass sich in sich-angenommen-fühlen, sich-geliebt-fühlen und Verbunden-sein ausdrückt. To be continued

hat alles, was mir widerfährt, einen sinn ? II

1 Mai
'Buch des Lebens' Stahl  2003 von Tobias Herrmann

'Buch des Lebens' Stahl 2003 von Tobias Herrmann

Die Zeit im Krankenhaus verging im Flug, ich konnte bald die um das Krankenhaus herum gelegenen Stadtviertel kennen lernen, Eis essen, mit Kunststudenten diskutieren, alle waren froh wenn ich mich so viel wie möglich bewegte. Ich bekam Besuch von lieben Menschen, ich hatte einen Zimmernachbarn, der nie den TV angemacht hat, die Stationsschwester hat mich in ein Privatzimmer gelegt, obwohl ich nicht ‚privat‘ war, die Visiten waren positiv – als hätte da jemand für mich gesorgt…  zu Hause war ich nicht mehr zu Hause, soviel war klar, nun kam die Frage „wie geht es weiter?“ Erst sollte aber die Reha kommen, eine ‚Anschlussheilbehandlung‘ wie der Fachmann sagt, ich wollte ja meinen Willen durchdrücken und eine Klinik meiner Wahl anvisieren, aber dazu kam es nicht. Ich hatte mich überzeugen lassen, eine Klinik zu nehmen, die in der Nachsorge spezialisiert auf meine Art von Erkrankung ist. Das war genau richtig. Ich dachte, häh, eine Kur in einer bergischen Großstadt? Ein echter Volltreffer, eine Klinik mitten im Wald, mit fast ländlicher Umgebung und mit dem Bus in 20 Minuten mitten in der Großstadt mit Geschäften, Museen, Cafés – total die Fülle, morgens Gymnastik, Bäder, Wohlfühlmassagen, nachmittags Spaziergänge im Wald, in den kleinen Ort oder in die Großstadt – alles zu meiner Verfügung.

Ich merkte, wie gut es mir ging, schon im Krankenhaus machte sich das bemerkbar, und heute denke ich „stell dir das vor, da haben Ärzte vier Stunden lang an dir rumgeschnippelt und nach fünf Tagen kannst du wieder nach Hause“ und „musst du dir erst eine lebensbedrohliche Krankheit zulegen, damit es dir  g u t  geht?“ Was ist das denn?

Ich war (und bin es vielleicht auch heute noch) weit davon entfernt mir selbst die ‚Erlaubnis zu geben‘, dass es mir gut geht – das Leben, das Universum oder wie auch immer, musste mich mit der Nase drauf stoßen.  Heute lerne ich, in kleinen Trippelschrittchen mich selbst zu lieben, auszubrechen aus dem ‘Pendeln’ zwischen Selbsthass und Selbstmitleid, das durchwirkt langsam alle Schichten meines Seins und ich kann ‘Menschen lieben’und nicht nur ‘einen Menschen lieben’- uuund ich bin nicht von der Gnade eines einzelnen Menschen abhängig! https://undbleibensiesowiewirsind.wordpress.com/2011/01/07/love-is-all-you-need/

hat alles, was mir widerfährt, einen sinn? I

18 Jan

„Wenn der Herrgott ein Töpfer wäre, hätt‘ er da Gefallen daran, einen Krug zu drehen, um ihn dann auf den Misthaufen zu werfen?“

frei nach Omar Khayyam

Vor ziemlich genau drei Jahren saß ich meinem Urologen gegenüber und er sagte: „es tut mir leid, das Ergebnis besagt, dass Sie Prostatakrebs  haben“ (oder so ähnlich) – da war es erstmal still ‚in mir drin‘ – keine Panik – kein Schweißausbruch – kein Wutanfall – einfach Stille…

Was sollte jetzt passieren? Alles von Bestrahlung bis Geistheiler ging mir durch den Kopf, was würde jetzt aus mir?

Meine äußere Welt war zu dem Zeitpunkt im Zusammenbruch begriffen, im Arbeitsbereich war ich schon mitten im ‚Burn-out‘, mein Privatleben nur noch als Katastrophe zu bezeichnen. Eine Instanz in mir sagte: ’na klar!‘ Ein tiefes inneres Gefühl von ‚ich-hab-es-ja-gewusst‘ – keine Überraschung, eine ‚Störung‘ quasi im Zentrum von Lust, Lebensfreude, Schöpferkraft, dumm gelaufen? – nix von allem!

Was tat ich damals? Als erstes einen Auflösungsvertrag gemacht – Gesundheit ist wichtiger! Dann offensiv dazu Stellung bezogen, nicht gesagt, ‚da ist was ernsteres‘, sondern: „Leute, ich habe Prostatakrebs“, eine Selbsthilfegruppe von Betroffenen aufgesucht (Selbsthilfegruppen anderer Art begleiten mich schon mehr als die Hälfte meines Lebens) und gelesen, recherchiert und den Rat von Freunden gesucht.

Nun sollten sich Früchte zeigen, von Jahren der Auseinandersetzung mit dem ‚was-hinter-dem-ist-was-wir-sehen‘ (hört sich an wie der Name eines Indianers) , Freundschaften haben sich intensiviert, ein Freund mit, sagen wir mal, hellseherischer Begabung sagte mir:“Du wirst erst die normale urologische Behandlung hinter dich bringen und dann ganz viel für dein Leben lernen“ Die Begegnungen mit Lehrern (allen voran mein eigener Vater) und ‚Meistern‘ die mich an die Ränder der zivilisierten Welt und natürlich auch an die Ränder meines eigenen Vorstellungsvermögens führten, waren da, das Leben hat mir die besten Lehrer hinterher geschmissen, so wie es mir Ressourcen geliefert hat, wofür ich heute Dankbarkeit empfinden kann. Dies lag damals schon fertig, als ‚Ahnung‘ da, als Blaupause für den Plan meiner Rettung.

Der Arzt, der mich operieren wollte, musste sich mein Vertrauen noch erarbeiten, er hat es gewonnen, in dem er nicht hysterisch ausflippte, als ich meinte, ich wollte mich jetzt nicht operieren lassen.

Er durfte, er war einige Wochen später schon ein Teil ‚des Plans‘ geworden…